Rechtliches

Jagen mit Nachtsichttechnik?

Was Sie bei der Nachtjagd von Schwarzwild beachten müssen

Das Jagen von Schalenwild bei Nacht ist in Deutschland verboten (§ 19 Abs. 1 Ziffer 4 BJagdG) – einzige Ausnahme: die Nachtjagd von Schwarzwild. Dabei gibt es jedoch gesetzliche Beschränkungen bezüglich Ihres Jagd-Equipments. Damit Sie auf der rechtlich sicheren Seite sind, informieren wir Sie über die gesetzlichen Regelungen zur Nachtsichttechnik, unter die auch Produkte von AMR fallen:

Wie ist „Nachtzeit“ im Jagdrecht definiert?

Als „Nacht“ gilt die Zeit von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang (§ 19 Abs. 1 Ziffer 4 BJagdG) – ein Beispiel:

Sonnenuntergang 18.20 UhrSonnenaufgang: 7.25 Uhr» Nachtzeit: 19.50 Uhr bis 5.55 Uhr

Welches Equipment darf ich nicht für die Nachtjagd nutzen?

Das Bundesjagdgesetz (BJagdG) verbietet beim Erlegen von Wild die Verwendung von Nachtsichttechnik, die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung beinhaltet und für Schusswaffen bestimmt ist.

Es ist demnach streng verboten, ein zur Nachtsicht geeignetes Gerät in Verbindung mit einer Waffe zum gezielten Schießen zu verwenden. Das gilt also für

  • Nachtsichtgeräte
  • Wärmebildoptik
  • künstliche Lichtquellen

die über Adapter, Montagen oder in sonstiger Weise mit einer Waffe verwendet werden. Das gilt auch für mit Klemmadapter am Objektiv des Zielfernrohrs befestigtes Equipment!

Relevante Gesetze:

Was droht mir, wenn ich gegen diese Gesetze verstoße?

Die gesetzeswidrige Verwendung des genannten Equipments wird mit einem Bußgeld geahndet – das ist jedoch noch nicht alles:

Bereits die Einrichtung von Nachtsichttechnik als Zieloptik für eine Waffe ist verboten und führt dazu, dass Ihnen das Nachtsichtgerät sowie die dazugehörige Waffe entzogen werden können.

Darüber hinaus drohen sehr wahrscheinlich der

  • Verlust Ihres Jagdscheins
  • Verlust Ihrer WBK
  • Verlust Ihres ggf. gepachteten Jagdreviers

Darf ich AMR Nachtsichttechnik dann überhaupt nutzen?

Ja. Denn unsere AMR Nachtsichttechnik gilt nicht automatisch als Waffe nach § 2 Abs. 5 WaffG, da sie auch für Zwecke verwendet werden kann, die nicht dem Schießen von Wild dient.

In der Sprache des Gerichts klingt das wie folgt: Gegenstände gelten nur dann als Waffen, wenn „sie von den Personen, die mit ihnen Umgang haben, in einen waffenrechtlich unzulässigen Verwendungszusammenhang hineingestellt werden, wenn diese also mit ihnen zu einem vom Waffengesetz missbilligten Zweck umgehen.“

Da Nachtsichtgeräte jedoch auch einfach z. B. zur Wild-Beobachtung nutzbar sind, „entziehen sie sich der Konkretisierungsbefugnis des Bundeskriminalamts nach § 2 Abs. 5 WaffG“.

Ob Nachtsichttechnik also als Waffe zu bezeichnen ist oder nicht, ist „statt an die Sache selbst an das Verhalten von Personen an[ge]knüpft“ und wird „regelmäßig von den Umständen des jeweiligen Einzelfalls beeinflusst“.

Mit anderen Worten: Sie definieren durch Ihre Nutzung, ob unsere AMR Nachtsichttechnik eine Waffe ist. Wenn Sie sich an die Gesetze halten, muss das Bundeskriminalamt (BKA) den Besitz und die Verwendung von AMR Nachtsichttechnik erlauben.

Relevantes Urteil:

Wozu darf ich Nachtsichttechnik nutzen?

Nachtzielgeräte sind legal, wenn sie (auch) wie folgt verwendbar sind:

  • freihändig zur Beobachtung
  • als Vorsatz zu Kameras
  • als Vorsatz zu Ferngläsern

Sie können unsere AMR Nachtsichttechnik also nutzen, um

  • Wild nachts zu beobachten
  • bei Dunkelheit Fotos von Wild zu schießen

Gerne beraten wir Sie beim Kauf unserer AMR Nachtsichttechnik zu jagdspezifischen Fragen – damit Sie weiterhin Freude an der Jagd haben und die Nachtjagd unbehelligt genießen können!